{"id":233,"date":"2025-08-24T14:57:24","date_gmt":"2025-08-24T14:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/?page_id=233"},"modified":"2025-08-28T14:32:56","modified_gmt":"2025-08-28T14:32:56","slug":"miterlebte-geschichten-peter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/miterlebte-geschichten-uebersicht\/miterlebte-geschichten-peter\/","title":{"rendered":"MITERLEBTE GESCHICHTEN"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zwiespalt war die Mama von\u00a0<strong>Peter<\/strong>. Sie schrieb:<br><br>F\u00fcr mich bestand eine entgegengesetzte Arbeitsweise bei unserer physiotherapeutischen Behandlung und der Therapie bei Frau Priese. Daraus ergab sich f\u00fcr mich ein gewisser Zwiespalt. Doch zuerst folgt eine kurze Erl\u00e4uterung, wie es dazu kam, dass wir zu Frau Priese und zur Physiotherapie gegangen sind.\u00a0<br>Unser Sohn kam drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Es war eine schwierige Geburt. Er steckte lange im Geburtskanal fest, atmete nicht sofort als er geboren wurde, und wir verbrachten die ersten sechs Tage getrennt voneinander, weil er zur \u00dcberwachung auf die Neonatologie verlegt worden war. Die ersten drei Wochen seines Lebens verschlief unser Baby. Wir mussten es zu den Mahlzeiten wecken. Durch eine anf\u00e4ngliche Saugschw\u00e4che pendelte sich das Stillen erst nach drei Wochen ein. Vorher wurde teilweise abgepumpt und aus einer Spritze oder einem Becher die Muttermilch gef\u00fcttert.<br>Sechs Wochen nach der Geburt begann unser Baby unruhiger an der Brust zu trinken und weinte mehr. Jedoch konnte ich es immer mit der Brust wieder beruhigen. Ich wollte unbedingt alles richtig machen und unser Baby zufrieden stimmen und es auf gar keinen Fall weinen lassen, weil das macht man ja heute nicht mehr.Sieben Wochen nach der Geburt weinte unser Sohn in der Autoschale, so dass ich es k\u00fcnftig vermied Auto zu fahren. Auch im Kinderwagen wachte er jetzt nach dem Schlafen oder sobald wir mit dem Wagen anhielten au<strong>f\u00a0<\/strong>und weinte, ohne dass man ihn beruhigen konnte. Das einzige was in diesen Situationen half war die Brust, was im Winter drau\u00dfen nicht wirklich umsetzbar war. Ich trug unser Baby viel im Tragetuch und fuhr mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, egal ob ins Krankenhaus zur Kontrolle oder zur R\u00fcckbildungsgymnastik. Diese startete ich als unser Sohn acht Wochen alt war und brach nach f\u00fcnf Wochen ab, da die Situation immer unertr\u00e4glicher wurde. Unser Sohn wurde zunehmend unruhiger. Anfangs schlummerte er im Tragetuch in der Bahn auf dem Weg zur R\u00fcckbildung. Doch mit jedem Mal wurde er auch im Tuch unruhiger und drohte aufzuwachen und zu weinen, so dass ich schon Panik vor dem Weg hatte. Auch in der R\u00fcckbildung selbst hatte ich \u00fcberwiegend damit zu tun ihn zu beruhigen und abzulenken, so dass effektiv vielleicht zehn Minuten \u00dcbungszeit f\u00fcr ich bei heraus kamen. Der Aufwand \u00fcberstieg den Nutzten also bei weitem und als ich die letzte Stunde auch noch vorher abbrechen musste, weil unser Baby zu unruhig war und ich ihn wieder ins Tuch packen musste, entschied ich die R\u00fcckbildung abzubrechen.\u00a0<br>Es fiel mir zunehmend schwerer Termine mit ihm wahrzunehmen, sei es ein Besuch von Verwandten, der mit einer Autofahrt verbunden war, oder ein Termin im Krankenhaus zur Kontrolluntersuchung der Niere und des Harnleiters, ein Arztbesuch, oder der R\u00fcckbildungskurs. Alles stellte eine Belastung f\u00fcr mich dar und ich hatte schon im Voraus Panik davor. Von meinem Umfeld f\u00fchlte ich mich nicht verstanden. Keiner konnte nachvollziehen was ich durchmachte. Von allen Seiten hie\u00df es nur, ich soll ihn nicht so verw\u00f6hnen und darf mich nicht nur nach ihm richten. Ich sollte auch mal loslassen, wenn ihn zum Beispiel jemand anderes auf dem Arm hat. F\u00fcr mich war es aber ganz nat\u00fcrlich, nach alldem was wir anfangs erlebt hatten, dass ich mein m\u00fctterliches Auge auf ihn warf. Ich soll ihn auch mal weinen lassen. Babys m\u00fcssen auch mal weinen, hie\u00df es. Wie sollte ich das denn bitte fertig bringen? Ich hatte das Gef\u00fchl, dass mich keiner verstand und sich in meine Situation hineinversetzten konnte. Nicht einmal meine eigene Mama, die ich sehr liebe und mit der ich mich sehr verbunden f\u00fchle.<br>Es kam jetzt immer \u00f6fter vor, dass unser Baby nicht nur weinte, sondern schrie und ich es nicht einmal mehr mit der Brust tr\u00f6sten konnte. Ich traute mich kaum noch aus dem Haus und verstand nicht, warum ich unser Baby nicht beruhigen kann und bekam Zweifel daran eine gute Mutter zu sein. Dabei wollte ich doch alles richtig machen.<br>Au\u00dferdem schlief unser Sohn nur an meiner Brust beim Trinken ein und wachte immer nach 30 Minuten wieder auf. Also stillte ich ihn auch tags\u00fcber in den Schlaf und steckte ihn dann ganz vorsichtig ins Tragetuch, damit er mal l\u00e4nger schlafen konnte. Das funktionierte, war aber sehr umst\u00e4ndlich.<br>Uns fiel auf, dass sich unser Sohn beim Schreien, aber auch sonst stark \u00fcberstreckte und seinen Kopf nicht nach links drehen konnte. Zwischendurch sch\u00f6pfte ich Hoffnung, weil wir zweimal eine osteopathische Behandlung hatten. Jedoch wurde der Zustand unseres Sohnes eher \u201eschlechter\u201c und unsere Tage noch anstrengender. Um meinen 34.ten Geburtstag herum weinte ich bei jedem kleinen Anlass. Meine Nerven lagen blank. Es ging schlecht und ich funktionierte einfach irgendwie. Als ich an dann im Krankenhaus zur Kontrolluntersuchung gefragt wurde, ob ich zu Hause Unterst\u00fctzung habe und schon einmal etwas von einer Schreiambulanz geh\u00f6rt h\u00e4tte, war ich innerlich emp\u00f6rt. Was sollte das denn? Ich hab doch kein Schreibaby. Tats\u00e4chlich weinte unser Baby vielleicht ein bis zweimal am Tag, ohne dass ich es beruhigen konnte, aber doch nicht stundenlang. Jedoch gleich am n\u00e4chsten Tag brach ich beim Arzt wieder in Tr\u00e4nen aus und er wollte mir Adressen f\u00fcr verschiedene Schreiambulanzen mitgeben.\u00a0<strong>J<\/strong>etzt dachte ich zum ersten Mal dr\u00fcber nach, dass ich es allein nicht schaffe und \u00fcberlegte dass es gut w\u00e4re sich Hilfe zu holen.<br>Da unser Sohn auch beim Stillen immer zappeliger wurde riefen wir am n\u00e4chsten Tag unsere Hebamme an, die sofort zu uns kam um uns zu unterst\u00fctzen.<br>Unsere Hebamme hatte uns schon ganz am Anfang gesagt, wir sollen unseren Sohn \u201eerz\u00e4hlen\u201c lassen und ihn dabei an uns dr\u00fccken und einfach festhalten und f\u00fcr ihn da sein, wenn er weint. Das hatten wir anfangs auch getan, aber das war nur ein zartes weinen, was nach einigen Minuten abklang. Mittlerweile hatte es sich aber zu einem untr\u00f6stlichen weinen und schreien gesteigert, welches wir nicht mehr aushalten konnten. Nicht mehr aushalten in dem Sinne, ihn so leiden zu sehen.<br>Unsere Hebamme zeigte uns eine \u201cTechnik\u201c wo unser Baby sich jetzt mit den Beinen schieben sollte und wir es so unterst\u00fctzten beim \u201eausweinen\u201c und erkl\u00e4rte uns, dass wir alles richtig machen und unser Sohn dass alles loswerden muss. Wahrscheinlich war seine Geburt so traumatisch, dass er uns auf diese Weise davon erz\u00e4hlen muss, damit es ihm danach besser geht. Auch uns ging es nach diesem Besuch besser und sie empfahl uns eine Dame, die uns weiterhelfen k\u00f6nnte. Wir sahen uns die Webseite an und dort stand; Ruth Priese \u201cHilfe f\u00fcr Eltern von unruhigen Kindern.<br>\u201cDort vereinbarten wir einen Termin. Vorher erkundigte sich Frau Priese telefonisch \u00fcber \u201eunsere Geschichte\u201c<br>Schon im Telefongespr\u00e4ch zeigte sich auf, dass Frau Priese nach vielf\u00e4ltigen Belastungen oder schlimmen Erlebnissen, Probleme die mich bedr\u00fcckten, in Schwangerschaft, bei der Geburt und in meiner aktuellen Situation fragte. Sie machte mir bewusst, dass jegliche negativen Gef\u00fchle und auch meine Probleme sich auf unseren Sohn auswirkten. So richtig war mir das vorher gar nicht bewusst gewesen. Au\u00dferdem erfragte sie meine Hobbys und bat mich, mir etwas Zeit f\u00fcr mich zu nehmen und mir etwas Gutes zu tun.<br>Ungef\u00e4hr zeitgleich wurde uns von Bekannten eine ganz tolle Physiotherapeutin empfohlen. Einige Tage bevor wir unseren ersten Termin bei Frau Priese hatten, gingen wir zum ersten Mal zur Physiotherapie. Wir f\u00fchlten uns dort sofort wohl. Unserem Sohn wurden Spannungen im K\u00f6rper gel\u00f6st. Es wurde an der F\u00e4higkeit sich \u201erund zu machen\u201c gearbeitet. Mir wurde erkl\u00e4rt, dass es an mir liegt, dass es unserem Sohn so schlecht geht, weil es mir momentan so schlecht geht. Das geschah ganz direkt aber einf\u00fchlsam, so dass es mir auch sofort klar wurde und ich es f\u00fcr mich annehmen konnte.<br>Nach der ersten Physiotherapieeinheit ging es uns beiden gleich viel besser. Unser Sohn war entspannter, ich war entspannter. Ich f\u00fchlte mich wie ausgewechselt im positiven Sinne. Auch zu Hause wurde unsere Ver\u00e4nderung gleich bemerkt. Uns ging es deutlich besser.<br>Jetzt wusste ich es. Mir geht es schlecht. Dann geht es unserem Sohn auch schlecht. Er f\u00fchlt fast eins zu eins wie es mir geht. Es war gut zu wissen, wo der Schl\u00fcssel zu einem zufriedeneren Kind lag. Jedoch war es auch sehr schwer daran etwas zu \u00e4ndern, aber ich bem\u00fchte mich redlich ab diesem Tag.<br>Kurz darauf hatten wir unseren ersten Termin bei Frau Priese. Auch hier herrschte gleich eine angenehme Atmosph\u00e4re. Wir f\u00fchlten uns willkommen und verstanden. Beim ersten Termin rutschte unser Baby gleich mehrere Runden durch den Raum. Frau Priese bot seinen F\u00fc\u00dfen dabei Widerstand und er \u00fcberstreckte sich und rutschte auf dem R\u00fccken liegend \u00fcber die Matten. So lange und intensiv hatte er noch nie geweint. Aber mit der Begleitung von Frau Priese konnten wir die Situation gut aushalten. Wir f\u00fchlten irgendwie dass es ihm danach besser ging, als er alles raus geweint hatte. Auch bei Frau Priese ging es wieder darum, dass es wichtig war, dass es nicht nur dem Kind gut ging, sondern auch der Mutter, bzw. den Eltern. Es tat gut mit ihr zu sprechen und Best\u00e4tigung zu bekommen, dass wir nicht alles fasch machten. Nach dem Termin f\u00fchlten wir uns f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Schreiattacken zu Hause gut gewappnet. Anfangs passierte es noch ein bis zweimal f\u00fcr 20 bis 45 Minuten, dass unser Sohn zuhause etwas rausweinen musste.<br>Bei Frau Priese hatten wir in immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Abst\u00e4nden Termine. Jedes Mal wurden seine Weinattacken k\u00fcrzer und weniger intensiv, sowohl zu Hause, als auch bei dem jeweiligen Termin bei Frau Priese. Nun mit genau einem halben Jahr weint er nicht mehr jeden Tag und meist auch nicht mehr sehr lang. H\u00f6chstens 3 bis 10 Minuten.<br>Parallel dazu lief auch die Physiotherapie mit der wir weiterhin sehr zufrieden waren. Nach jeder Therapieeinheit konnte unser Sohn eine Sache mehr. Nach dem ersten Termin konnte er am n\u00e4chsten Tag einen Greifball festhalten. Da waren wir aber stolz. So ging es weiter: Termin f\u00fcr Termin erlangte er neue F\u00e4higkeiten. Der Hauptschwerpunkt lag auf der Entspannung der Wirbels\u00e4ule, um ihn immer besser in eine Beugung der Wirbels\u00e4ule und des Beckens zu bekommen und somit erst eine \u201enormale\u201c physiologische Entwicklung der Motorik zu erm\u00f6glichen.<br>Mit der Zeit fiel mir der Gegensatz der beiden Therapien immer deutlicher auf und verunsicherte mich zunehmend. Ich war st\u00e4ndig im Zwiespalt.<br>Als unser Sohn in der Physiotherapie einmal untr\u00f6stlich anfing zu weinen, erz\u00e4hlte ich von der Therapie bei Frau Priese. Die Physiotherapeutin konnte Sie sich das nicht so richtig vorstellen. Als Frau Priese \u2013 zu einer Hospitation gekommen &#8211; Ihr versuchte den Vorgang zu erkl\u00e4ren, meinte die Physiotherapeutin das w\u00e4re nicht physiologisch und w\u00fcrde sein falsches Bewegungsmuster nur noch verst\u00e4rken. Sie betonte mir gegen\u00fcber nochmals ich solle unbedingt diese Unterst\u00fctzung der \u00dcberstreckung beim Weinen vermeiden.<br>Auf der einen Seite gab es f\u00fcr mich die Therapie bei Frau Priese. Diese Therapie bedeutete f\u00fcr mich eine Therapie f\u00fcr die Seele. Eine Begleitung und Best\u00e4rkung mit der vorhandenen Situation umzugehen. Vorrangig ging es aber auch darum, dass unser Sohn uns von den in seinem K\u00f6rper gespeicherten Schmerzen und \u00c4ngsten der Geburt erz\u00e4hlen wollte und gleichzeitig die noch in seinem K\u00f6rper steckenden Geburtsbewegungen rauslassen und somit abbauen konnte. Diese Bewegungen bestanden aus einem Vorw\u00e4rts schieben und winden begleitet von einem starken \u00dcberstrecken der Wirbels\u00e4ule. Diese Therapie stand unter dem Motto, jedes Kind entwickelt seine motorischen F\u00e4higkeiten von allein, ohne dass speziell Bewegungen gef\u00f6rdert oder bestimmte Bewegungsabl\u00e4ufe ge\u00fcbt werden m\u00fcssen.<br>In der Physiotherapie ging es jedoch darum seinen K\u00f6rper weich und f\u00fcr Bewegungen durchl\u00e4ssig zu machen und vor allem die F\u00e4higkeit der Wirbels\u00e4ule ,sich beugen zu k\u00f6nnen, zu verbessern. Die Physiotherapeutin erkl\u00e4rte mir , ich solle unseren Sohn so oft wie m\u00f6glich in einer gebeugten Haltung auf dem Arm tragen, verschiedene \u00dcbungen in den Alltag integrieren und das \u00dcberstrecken in jedem Falle vermeiden. Hier ging es also darum ihn in die \u201erichtigen\u201c Bahnen zu leiten und \u00dcbungen f\u00fcr verbesserte Bewegungsabl\u00e4ufe durchzuf\u00fchren.<br>H\u00e4tte ich mich jedoch f\u00fcr eine der beiden Therapien entscheiden sollen, w\u00fcsste ich nicht f\u00fcr welche ich mich entschieden h\u00e4tte. Ich wei\u00df nur eines, dass uns beide Therapien sehr geholfen haben. Mittlerweile k\u00f6nnen wir wieder mit unserem Sohn Auto fahren, mit ihm im Kinderwagen spazieren gehen und ohne Brust einzuschlafen, schafft er mittlerweile auch. Er schreit nur noch selten seine Erinnerungen heraus und entwickelt sich auch motorisch immer weiter. Uns geht es sehr gut und wir freuen uns jeden Tag dar\u00fcber, wie unser Sohn sich und die Welt ein kleines bisschen mehr entdeckt.<em><br>Danke, lieber Peter und Eltern, dass ich Euren Bericht vom Mai 2016 hier einstellen darf! Ruth Priese<br><br><br><br><a href=\"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/miterlebte-geschichten-uebersicht\/miterlebte-geschichten-peter\/\">zum Seitenanfang<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/miterlebte-geschichten-uebersicht\/\">zur \u00dcbersicht<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zwiespalt war die Mama von\u00a0Peter. 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