{"id":261,"date":"2025-08-24T15:25:28","date_gmt":"2025-08-24T15:25:28","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/?page_id=261"},"modified":"2025-08-28T14:05:37","modified_gmt":"2025-08-28T14:05:37","slug":"ausgewaehlte-eigene-texte-geburt-eine-einmalige-erfahrung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/ausgewaehlte-eigene-texte-geburt-eine-einmalige-erfahrung\/","title":{"rendered":"AUSGEW\u00c4HLTE EIGENE TEXTE"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-transform:uppercase\">Geburt &#8211; eine einmalige Erfahrung<\/h3>\n\n\n\n<p><strong><br>Ein unbeantwortet gebliebener Brief<\/strong><br><br>Berlin, den 29.12.2007<br><br><br>An Frau Johanna J\u00e4ger-Sommer,<br>Frau Pastoraltheologin Regina Polak,<br>Frau Theologin Ina Praetorius,<br>Frau Theologin Hanna Strack und an<br><br>die Redaktion von Publik-Forum<br>Postfach 2010<br>61410 Oberursel<br><br>mit der Bitte um Weiterleitung<br><br><br><br><strong>Ihre Beitr\u00e4ge zu\u00a0\u00bbGeburt und Gotteserfahrung\u00ab<\/strong><br><br><br>Sehr geehrte Frau J\u00e4ger-Sommer, sehr geehrte Frau Praetorius, sehr geehrte Frau Polak, sehr geehrte Frau Strack, sehr geehrte Redaktion,<br><br>mit gro\u00dfer innerer Anteilnahme las ich \u2013 als ehemalige evangelische Theologin Jg.1937, Mutter von drei erwachsenen Kindern \u2013 die Beitr\u00e4ge in Publik-Forum Nr.24-2007 zu o.g. Thema. Herzlichen Dank f\u00fcr Ihren Mut dazu!<br>F\u00fcr viele Leser der Zeitschrift sind sie vermutlich eine gro\u00dfe Herausforderung, kann ich mir doch nicht vorstellen, da\u00df z. B. wir Examenskandidatinnen von 1960 es gewagt h\u00e4tten, solche Gedanken \u00f6ffentlich zu \u00e4u\u00dfern \u2013 .<br><br>Ich bin also froh, da\u00df Sie in dieser Zeitschrift die Grenz- Erfahrung jeder Geburt und jedes neuen Kindes im Licht der biblischen Tradition thematisieren.<br>Bitte verstehen Sie, da\u00df meine Gedanken dabei sich zugleich auf das Wunder der Vereinigung von Ei- und Samenzelle als den Beginn unserer Inkarnation ausdehnen. Viele Embryologen sprechen staunend von dem lange in den K\u00f6rpern der Eltern vorbereiteten \u00bbTanz\u00ab der Beiden und von der heiligen Stille nach diesem Ereignis. (Einige kursierende Videos erhalten den Respekt vor diesem Geschehen \u2013 , w\u00e4hrend wir durch andere Bilder offenbar gew\u00f6hnt werden sollen, den gewaltsamen Beginn eines Menschenlebens in einer Petrischale wie jedes andere Experiment zu be\u00e4ugen &#8211; &#8211; &#8211; .)<br>Und bekanntlich hat jedes Kind, wenn es lebendig geboren wird, \u00fcber die Schwangerschaft hinweg in der unaufhaltsamen Kraft seines Kommen-Wollens alle Gefahren in der m\u00fctterlichen Umgebung (&#8230;) auf seiner Reise in den eigenen K\u00f6rper hinein \u00fcberwinden k\u00f6nnen \u2013 im Unterschied zu vielen Geschwistern, die dieses nicht schaffen.<br><br>Ich bin zutiefst davon \u00fcberzeugt, da\u00df es in all dem um das Sch\u00f6pfungsgeschehen selbst geht, um \u00bbeine unglaubliche, unbekannte Kraft, die da im K\u00f6rper wirkt\u00ab (Hanna Strack).<br>Und ich glaube, da\u00df die biblischen und andere Sch\u00f6pfungsgeschichten die Wahrnehmung dieser allt\u00e4glichen heiligen Realit\u00e4t der Menschwerdung deshalb so erfolgreich verdr\u00e4ngen und Sch\u00f6pfung allein Gottvater zusprechen konnten, weil das Menschliche f\u00fcr die m\u00e4nnlichen Menschen soo schwer zu respektieren ist.<br>Leider hat ja die Abwertung der weiblichen K\u00f6rper, der weiblichen Sexualit\u00e4t, des weiblichen Blutes, des Mutterseins und Geb\u00e4rens in unserer kulturellen Tradition f\u00fcr unsere und unser Kinder Beziehungsf\u00e4higkeit so fatale Folgen gehabt. Und die vielfach ungestillte Sehnsucht nach intakten Beziehungen gerade an Weihnachten, von der Sie, verehrte Frau J\u00e4ger-Sommer ja so \u00fcberzeugend schreiben, ist m. E. weitgehend eine Folge unserer ungestillten fr\u00fchen Bed\u00fcrfnisse nach k\u00f6rperlicher und emotionaler Geborgenheit. Denn in unserer \u00bbKultur\u00ab solcher Abwertungen und Selbstentwertungen des Weiblichen entscheiden sich viele M\u00fctter gegen ihre Intuition und ihre eigene Kraft und setzen sich etwa im Krei\u00dfsaal nicht zur Wehr gegen die immer noch \u2013 oft im Namen medizinischer \u00bbNotwendigkeit\u00ab \u2013 anempfohlenen Trennungen von ihrem Kind. Das k\u00f6nnen und m\u00fcssen wir in erschreckender Weise weiterhin in vielen Geburtsklinken unseres Landes erleben.<br><br>Da\u00df manche von uns wie z. B. mein eigener Ehemann sich an einem Bild wie Ihrem Titelfoto freuen k\u00f6nnen, an der Darstellung eines so kleinen entbl\u00f6\u00dften Kindes auf Hand und Unterarm eines Erwachsenen, d.h. f\u00fcr mich ohne den existentiellen Schutz haltender K\u00f6rpern\u00e4he \u2013 , zeigt m. E., was in unserer Tradition immer noch als \u00bbnormal\u00ab empfunden wird. Sie beschreiben es ja: die Verbreitung von Unsicherheit und Angst in der Schwangerschaft statt \u2013 das werdende Kind sch\u00fctzende \u2013 St\u00e4rkung des Vertrauens der M\u00fctter in die eigene und die im Kind wachsende Sch\u00f6pferkraft.<br><br>Verehrte, liebe Theologinnen-Schwestern, sehr geehrte Redaktion. Ich hoffe, dass Sie auf die genannten Beitr\u00e4ge viel zustimmendes Echo erhalten und dass Sie das Thema in der Zeitschrift Publik-Forum fortf\u00fchren werden.<br><br><br>Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen und W\u00fcnschen zum neuen Jahr<br><br>Ruth Priese\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0<br><br>(S\u00e4uglings- und Familientherapeutin)<br><br><br><br><a href=\"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/ausgewaehlte-eigene-texte-geburt-eine-einmalige-erfahrung\/\">zum Seitenanfang<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/ausgewaehlte-eigene-texte-uebersicht\/\">zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geburt &#8211; eine einmalige Erfahrung Ein unbeantwortet gebliebener Brief Berlin, den 29.12.2007 An Frau Johanna J\u00e4ger-Sommer,Frau Pastoraltheologin Regina Polak,Frau Theologin Ina Praetorius,Frau Theologin Hanna Strack und an die Redaktion von Publik-ForumPostfach 201061410 Oberursel mit der Bitte um Weiterleitung Ihre Beitr\u00e4ge zu\u00a0\u00bbGeburt und Gotteserfahrung\u00ab Sehr geehrte Frau J\u00e4ger-Sommer, sehr geehrte Frau Praetorius, sehr geehrte Frau Polak, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-261","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/261","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=261"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/261\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":524,"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/261\/revisions\/524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}