{"id":263,"date":"2025-08-24T15:26:53","date_gmt":"2025-08-24T15:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/?page_id=263"},"modified":"2025-09-18T11:40:23","modified_gmt":"2025-09-18T11:40:23","slug":"ausgewaehlte-eigene-texte-adhs-und-beziehungserfahrungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/ausgewaehlte-eigene-texte-adhs-und-beziehungserfahrungen\/","title":{"rendered":"AUSGEW\u00c4HLTE EIGENE TEXTE"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-transform:uppercase\">ADHS &#8211; und Beziehungserfahrungen<\/h3>\n\n\n\n<p><br>(Thesen f\u00fcr eine Veranstaltung am 17.11.2007 mit einer weiteren These 25 aus 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>I.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Diagnose ADHS<br>II.&nbsp;&nbsp; Kosten\u00fcbernahme nach medizinischen Kriterien<br>III.&nbsp; Unterst\u00fctzung von Beziehungsqualit\u00e4t<strong><br>&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/strong>ausgew\u00e4hlte Literatur<strong><br><br>I. Diagnose ADHS<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.<\/strong>&nbsp;Die Diagnose \u00bbADS\/ADHS\u00ab wird zu leichtfertig vergeben (&lt; eine Ritalinvergabe an Kinder hat allein in den Jahren 1997-2000 auf 270 % zugenommen. Bei jeder DSM-Revision steigt die Zahl &#8212;). Diese Tatsache k\u00f6nnte auf eine Abwehr sozialer und beziehungsdynamischer Ursachen f\u00fcr nicht \u00bbnormgerechtes\u00ab Verhalten von Kindern verweisen und k\u00f6nnte helfen, die Folgen gravierender gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen einerseits und die psychotherapeutische Unterversorgung von Familien andererseits zu verdecken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.<\/strong>&nbsp;Es gibt keine wissenschaftlichen Belege f\u00fcr eine genetische Verursachung von st\u00e4ndiger innerer Unruhe, Anspannung und mangelnder Bereitschaft, sich auf Vorgegebenes zu konzentrieren (G\u00f6tz-Ohlrich u.a).<br><strong><br>3.<\/strong>&nbsp;Es gibt keine, mit naturwissenschaftlichen Methoden erbrachte, objektive Unterscheidung zwischen einem hirnstoffwechselgest\u00f6rten und einem nicht hirnstoffwechselgest\u00f6rten Kind. Eine biochemische St\u00f6rung von Kindern mit diagnostizierter \u00bbAD(H)S\u00ab konnte bei 90-95% nicht nachgewiesen werden. Trotzdem rangiert in der wissenschaftlichen Literatur eine hirnorganische St\u00f6rung als Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Verhalten von \u00bbADHS-Kindern\u00ab (vgl. z. B. Die internationale Klassifikation psychischer St\u00f6rungen bei Kindern der WHO, ICD-10 oder&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.hexal-zns.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.hexal-zns.de\/<\/a>). Amft spricht von einer \u00bb<em>Irrlehre der Kinderpsychiatrie<\/em>\u00ab (in: Leuzinger-Bohleber,M. \/2006\/: ADHS-Fr\u00fchpr\u00e4vention statt Medikalisierung, S. 71).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.<\/strong>&nbsp;Die Hemmschwelle gegen\u00fcber dem Einsatz von Psychopharmaka, \u00bb<em>pharmakologischer Gewalt<\/em>\u00ab (G\u00f6tz-Ohlrich) an Kindern ist erschreckend niedrig geworden oder gar weggefallen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5.<\/strong>&nbsp;Das biologistische Krankheitsverst\u00e4ndnis der Verhaltensbesonderheit \u00bbAD(H)S\u00ab reduziert komplexes menschliches F\u00fchlen, Wahrnehmen, Denken und Handeln auf eine hirnorganische Funktion. Es vernachl\u00e4ssigt die gegenseitige Beeinflussung von Physiologie und sozialer Erfahrung (die nutzungsabh\u00e4ngige Entwicklung des ZNS). Dabei wird in der Medizin allgemein immer mehr ber\u00fccksichtigt, dass seelische Erlebnisse in bioelektrische Impulse umgewandelt werden und \u00fcber mehrere Stufen das genetische Programm aktivieren oder deaktivieren (vgl. z. B. bei der Oxytoxin-Aussch\u00fcttung w\u00e4hrend sozialen Wohlbefindens, siehe auch J. Bauer).<br><strong><br>6.<\/strong>&nbsp;Die Pauschaldiagnose \u00bbAD(H)S\u00ab und die medikament\u00f6se Behandlung von so gestempelten Kindern mit Ritalin und \u00e4hnlichen Mitteln tr\u00e4gt der Ursachenvielfalt der Symptome nicht Rechnung.<br>Sie l\u00e4hmen vielmehr in der Regel die Ein\u00fcbung von Bew\u00e4ltigungsstrategien und die Entwicklung innerer Selbststeuerungsprozesse im Umgang mit Impulsen, Affekten und Konflikten. Die Sp\u00e4tfolgen dieser Behandlung und die Auswirkung auf die altersabh\u00e4ngige Reifung der dopaminergen Strukturen im Gehirn des Kindes und Jugendlichen sind ungen\u00fcgend gekl\u00e4rt (vgl. G.H\u00fcther).<br><strong><br>7.<\/strong>&nbsp;Im Einzelfall ist deshalb immer eine aufwendige medizinische und psychosoziale Differentialdiagnostik erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8.<\/strong>&nbsp;Die Hamburger- und Frankfurter Pr\u00e4ventionsstudien, die Bindungsforschung und Erfahrungen mit Familienstellen legen nahe, dass bei der Entstehung von \u00bbAD(H)S\u00ab oft eine weitgehende emotionale Nichterreichbarkeit der fr\u00fchen Bindungspersonen f\u00fcr das Baby und das heranwachsende Kind eine sehr gro\u00dfe Rolle spielt (H.v.L\u00fcpke: \u00bb<em>entgleister Dialog<\/em>\u00ab). Zappeln und Nichth\u00f6ren sind grundnormale realit\u00e4tsbezogene Reaktionen eines w\u00fctenden, sich allein gelassen f\u00fchlenden Kindes, wie schon Heinrich Hoffmann 1845 in seinem Struvelpeter beschrieb.<br>(Gerspach in: Leuzinger-Bohleber).<br><strong><br>9.<\/strong>&nbsp;Nach Steven Porges ist das Erleben von Sicherheit im Zusammensein mit mindestens einer Bezugsperson vermutlich bereits von der Empf\u00e4ngnis an die Voraussetzung daf\u00fcr, dass ein Kind aus dem Zustand des autonomen Nervensystems von Angst, Flucht oder Erstarrung in einen solchen des Wohlbefindens, des Wachstums und der \u00d6ffnung f\u00fcr die Umwelt gelangen kann. Bindung entwickele sich (vermutlich nur) im Zustand der Angstfreiheit (z. B. in Trauma-Newsletter vom Polarity-Zentrum 2006). Feinf\u00fchligkeit der fr\u00fchen Bezugsperson f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse und \u00c4u\u00dferungen des Babys und entsprechende Reaktionen darauf gelten in der Bindungsforschung ja auch als das Wichtigste, um den lebensnotwendigen Dialog zwischen dem kleinen Menschen und einem Erwachsenen zur Entfaltung zu&nbsp; bringen. \u00bb<em>Erw\u00fcnschte Bildungsinhalte nehmen Kinder in psychischer Not meist erst dann an, wenn die Not ein Ende hat<\/em>\u00ab (K. Gro\u00dfmann).<br>Studien haben gezeigt, \u00bb<em>da\u00df allein die Beobachtung der Eltern-Kind-Interaktion beim sechs Monate alten S\u00e4ugling verl\u00e4\u00dfliche Vorhersagen f\u00fcr das Risiko eines AD(H)S erm\u00f6glicht<\/em>\u00ab (Leuzinger-Bohleber S. 41 und 185)<br>Sicher gebundene Kinder entwickeln seltener AD(H)S als unsicher gebundene (H.v. L\u00fcpke).<br><strong><br>10.<\/strong>&nbsp;Wird die Sprache des Babys nicht gut verstanden und beantwortet, muss es also fr\u00fch unbegleitet extreme Unsicherheit erleben, so sprechen wir von einem Bindungstrauma (J. Bauer, G. H\u00fcther, P. Linden, B. Rotschild, F. Ruppert u.a.). Ein solches kann vom Kind nur \u00fcberlebt werden durch Erstarrung seines K\u00f6rpers und seiner Emotionen, durch Abspaltung seines Erlebens von seiner Wahrnehmung sowie allm\u00e4hliche Tilgung aus dem abrufbaren Ged\u00e4chtnis. Nur der K\u00f6rper kann dann durch Symptome noch mitteilen, was das Kind erlebt hat. (Es wird oft ein Baby, welches exzessiv und anhaltend schreit). Wenn die Eltern es wagen, sich einer Hilfe zu \u00f6ffnen, kann dem Kind oft sehr einfach geholfen werdnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11.<\/strong>&nbsp;Wenn solche Traumata jedoch nicht in verstehender, akzeptierender und wertfreier Atmosph\u00e4re aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen \u2013, so werden sie oft \u00fcber Generationen hinweg weitergegeben: \u00bbAD(H)S-Kinder\u00ab z. B. k\u00f6nnen oft nicht zwischen ihren eigenen und den Gef\u00fchlen bzw. dem Erleben eines oder beider Elternteile unterscheiden. Sie reagieren manchmal auf die traumatisierten Anteile ihrer Eltern (und Gro\u00dfeltern&#8212;), welche diese noch nicht integriert haben (F. Ruppert).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>12.<\/strong>&nbsp;Dennoch ist es wichtig, nicht in jeder Familie eines Kindes mit den bekannten Symptomen gleich transgenerationale Bindungstraumata zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>13.<\/strong>&nbsp;Die Unterscheidung von unbewusstem implizitem K\u00f6rper- und bewusstem explizitem bzw. biographischem Ged\u00e4chtnis (siehe B. Rothschild) hilft besser zu verstehen, warum fr\u00fchkindliche Erfahrungen lebensgeschichtlich in unserem Verhalten und unseren Entscheidungen so wirksam \u2013 , obwohl oft lange nicht bewusst zug\u00e4nglich sind.<br><strong><br>14.<\/strong>&nbsp;Van der Kolk hat die Hypothese ge\u00e4u\u00dfert, dass traumatische Erfahrungen hirnorganisch in der Amygdala bzw. im limbischen System gespeichert werden und nicht im Neokortex, Leuzinger-Bohleber, S. 31).<br><strong><br>15.&nbsp;<\/strong>Spiel, Verhalten und die K\u00f6rpersprache eines Kindes werden weitgehend durch das implizite Ged\u00e4chtnis gesteuert und sind die Sprache, mit der es auf seine Befindlichkeit, N\u00f6te und Entwicklungsbed\u00fcrfnisse aufmerksam macht \u2013 solange, bis es verstanden und seine Situation gew\u00fcrdigt wird (vgl. z. B. die Film-Beispiele aus der kindertherapeutischen Praxis auf den Videos von Klaus K\u00e4ppeli: 1. \u00bbKaiserschnitt im Erleben des Kindes\u00ab, 2. \u00bbZange und Vakuum im Erleben des Kindes\u00ab, erh\u00e4ltlich bei Remo Buser: rbuser@epics.ch).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>II. Kosten\u00fcbernahme nach medizinischen Kriterien<\/strong><br><strong><br>16.<\/strong>&nbsp;Viele Forscher weisen in ihrer Suche nach Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die \u00bbZunahme\u00ab von \u00bbADHS\u00ab auf die massiv ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen f\u00fcr das Leben von Kindern in unserer gegenw\u00e4rtigen, kapitalgesteuerten Gesellschaft hin etwa diese:<br>\u2022 Eltern arbeiten f\u00fcr immer weniger Geld immer l\u00e4nger au\u00dferhalb von zuhause (Halbtagsarbeit f\u00fcr beide Eltern kleiner Kinder wird von der Industrie erschwert),<br>\u2022 Die Verwahrlosung von immer mehr Kindern durch eine unzureichende Beziehungs- und Erziehungsumwelt vermehren die Entwicklungsrisiken, (Amft in Leuzinger-Bohleber, S. 87),<br>\u2022 immer mehr Einzelkinder leben mit weniger Gleichaltrigen und immer mehr \u00c4lteren zusammen,<br>\u2022 immer mehr Kinder m\u00fcssen die Schmerzen einer Trennung ihrer Eltern seelisch verarbeiten,<br>\u2022 immer mehr Kinder m\u00fcssen die \u00bbMobilit\u00e4t\u00ab ihrer Eltern &#8230; seelisch verarbeiten,<br>\u2022 alle Kinder sind schon fr\u00fch mit der aggressiven Flut von visueller und akustischer Werbung, Medien und unverarbeiteten Bildern konfrontiert, oft ohne jede Hilfe zur seelischen Verarbeitung bzw. Filterung,<br>\u2022 Kinder haben in der \u00d6ffentlichkeit viel weniger Freir\u00e4ume zum unbeaufsichtigten Spielen als fr\u00fcher,<br>\u2022 Tagesm\u00fctter, ErzieherInnen und LehrerInnen sind nicht gen\u00fcgend vorbereitet und werden ungen\u00fcgend unterst\u00fctzt, den Kindern bei der Bew\u00e4ltigung dieser Probleme beizustehen. Vereinzelt wird die Schule als \u00bbGl\u00fcckskiller Nr.1\u00ab bezeichnet,<br>\u2022 es gibt wenig Verst\u00e4ndnis und Bereitschaft unter Erwachsenen, die Risiken gelingender Entwicklung auszugleichen,<br>\u2022 das (oft unbewusste?) p\u00e4dagogische Ideal individueller Selbstverwirklichung fordert zur Durchsetzungsf\u00e4higkeit heraus und vernachl\u00e4ssigt die Ein\u00fcbung von Einf\u00fchlungsf\u00e4higkeit, Mitgef\u00fchl und Konfliktf\u00e4higkeit&#8230;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: das AD(H)S-Ph\u00e4nomen ist auch als Symptom einer kranken Gesellschaft und Zivilisationskrise anzusehen. \u00bb<em>Die Verwahrlosung der Kinder durch eine unzureichende Beziehungs- und Erziehungsumwelt mit der Folge einer defizit\u00e4ren psychostrukturellen Entwicklung muss als ein zentraler Aspekt des ADS-Ph\u00e4nomens angesehen werden&#8230; diese Tendenzen sind einzig und allein&nbsp; durch die Gesetze der kapitalistischen \u00d6konomie bedingt&#8230; Die Gesellschaft &#8230; ben\u00f6tigt die Biologisierung und Tabuisierung des ADS-Ph\u00e4nomens, weil sie mit der Wahrheit nicht umgehen kann&#8230; eine gute Erziehung erfordert Liebe, Wissen, Zeit und Geld<\/em>\u00ab (Amft in: Leuzinger-Bohleber&#8230;S. 87 und 89). Vgl. dass nach SGB VIII, \u00a71:&nbsp;<strong>\u00bb<em>jeder junge Mensch ein Recht hat auf F\u00f6rderung seiner Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsf\u00e4higen Pers\u00f6nlichkeit<\/em>\u00ab<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>17.<\/strong>&nbsp;Die Kosten\u00fcbernahme aller erdenklichen, h\u00f6chst qualifizierten Hilfen f\u00fcr junge Familien darf nicht von medizinischen Diagnosen abh\u00e4ngig gemacht werden.<br>Wenn in Zukunft nicht viel mehr Erwachsene als z.Zt. auf allen politischen Ebenen Bedingungen einfordern, unter denen beide Eltern verk\u00fcrzt arbeiten und f\u00fcr jedes Kind sowie f\u00fcr jede betroffene Familie genug Mittel f\u00fcr optimale individuelle Hilfe zur Verf\u00fcgung stehen, dann k\u00f6nnte die Verdr\u00e4ngung der genannten Probleme durch die Einnahme von Medikamenten \u2013 auf Kosten der Kinder zur Norm werden. Kehrt \u00bb<em>Isaaks Opferung<\/em>\u00ab zur\u00fcck?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>III. Unterst\u00fctzung von Beziehungsqualit\u00e4t<\/strong><br><strong><br>18.<\/strong>&nbsp;Die Diagnose \u00bbADHS\u00ab und die zeitweise Verabreichung von Medikamenten sind m\u00f6glicherweise f\u00fcr eine sehr geringe Zahl von Kindern indiziert (Amft spricht von Promillen). Sie bringen erfahrungsgem\u00e4\u00df aber auf jeden Fall eine wichtige Entlastung der Eltern sogenannter AD(H)S-Kinder von Schuldgef\u00fchlen (den sogenannten \u00bb<em>Krankheitsgewinn<\/em>\u00ab), wenn die Kraft nicht ausreicht, gesellschaftliche und famili\u00e4re Ursachen von somatischen St\u00f6rungen anzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>19.<\/strong>&nbsp;Deshalb kann die Vergabe von Medikamenten beim Auftreten von Verhaltensauff\u00e4lligkeiten von Kindern gegebenenfalls eine Br\u00fccke bauen: Betroffene Eltern k\u00f6nnen so f\u00fcr psychotherapeutische Angebote einer Kl\u00e4rung und Behandlung von Traumata aufgeschlossen werden.<br><strong><br>20.<\/strong>&nbsp;Verhaltenstherapeutische Behandlung von Symptomen bewirken in der Regel nur kurzfristige Ver\u00e4nderungen, meist Verschiebungen derselben, keine wirkliche Heilung der Ursachen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>21.<\/strong>&nbsp;Es erfordert eine meist langwierige und m\u00fchsame Erarbeitung von Vertrauen in sicherer Atmosph\u00e4re, um in Eltern ein Misstrauen gegen\u00fcber moralisierender Hilfe zu \u00fcberwinden. Die Bereitschaft und Kraft, eigene bzw. die Traumata von Vorfahren anzusehen, gegebenenfalls zu bew\u00fcten, zu betrauern und so nach und nach mehr Sicherheit in sich selbst zu gewinnen, kann nur nach und nach wachsen. In der Regel k\u00f6nnen Eltern erst dann ihre Kinder davor sch\u00fctzen und ihnen mehr Halt f\u00fcr deren Selbst- und Identit\u00e4tsentwicklung geben, wenn sie diese f\u00fcr sich selbst erarbeiten konnten.<br>Oft m\u00fcssen missbrauchte Eltern z. B. erst Schritt f\u00fcr Schritt eine Beziehung zum eigenen K\u00f6rper aufbauen, um sich in ihm \u2013 wieder \u2013 wohlf\u00fchlen zu k\u00f6nnen und K\u00f6rperkontakt als Kraftquelle erleben und geben zu k\u00f6nnen.<br>Wenn sie stabil genug sind, kann eine Familienaufstellung ihnen wirksame Einblicke etwa in das Befinden ihrer Kinder geben. Sind sie es nicht, kann eine solche das Trauma noch verst\u00e4rken.<br><strong><br>22.<\/strong>&nbsp;F\u00fcr die praktische p\u00e4dagogische Arbeit im Alltag mit \u00bbAD(H)S\u00ab-Kindern empfehle ich auch Paul Lindens Trainigsprogramm und die Hinweise in&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.faustlos.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.faustlos.de<\/a>.<br><strong><br>23.<\/strong>&nbsp;Die Brosch\u00fcre der BzfgA \u00bbadhs&#8230;\u00ab&nbsp; vom Oktober 2006 stellt leider nur einseitig die Probleme der Kinder in den Vordergrund, ohne die Beziehungsdynamiken in den Familien zu ber\u00fccksichtigen. Ihre Literaturangaben f\u00fchren Eltern und P\u00e4dagogInnen m. E. in diese Irre.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>24.<\/strong><strong>\u00bb<em>Die Unterst\u00fctzung der Eltern und die Verbesserung der Beziehungssituation ist zugleich die sicherste Vorhersage f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung der Problematik des Kindes<\/em>\u00ab<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong>(H.v. L\u00fcpke in Leuzinger-Bohleber, S. 185)<strong><br><br>25.&nbsp;<\/strong>Siegfried Woitinas hat in seinem B\u00fcchlein &#8222;Wer sind die Indigo-Kinder? Herausforderungen einer neuen Zeit&#8220; u.a. darauf hingewiesen, dass sogenannte AD(H)S-Kinder oft ein ausgesprochen starkes Selbstbewusstsein&nbsp; und eine gr\u00f6ssere Erwartung an ihre Bezugspersonen haben, als einmalige Wesen ernst genommen und gefordert zu werden als andere Kinder. &#8222;Sie wissen, wer sie sind&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausgew\u00e4hlte Literatur zum Thema<br><br>Amft, Hartmut:<\/strong>&nbsp;ADHS: Hirnstoffwechselst\u00f6rung und\/oder Symptom einer kranken Gesellschaft? Psychopharmaka als Mittel einer gelingenden Naturbeherrschung am Menschen. In: Leuzinger-Bohleber, M.\/ Brandl, Y.\/ H\u00fcther, G. (Hg.\/2006) ADHS-Fr\u00fchpr\u00e4vention statt Medikalisierung, Vandenhoeck &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen, S. 70-90.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bauer, Joachim<\/strong>&nbsp;(2002): Das Ged\u00e4chtnis des K\u00f6rpers \u2013 Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern, Eichorn Vlg. Frankfurt\/M.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; (2005): Warum ich f\u00fchle, was du f\u00fchlst \u2013 Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone, Hoffmann und Campe Vlg. Hamburg<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerspach, Manfred<\/strong>&nbsp;(2006): Zum Verstehen von Kindern mit Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen. In: Leuzinger-bohleber, M. u.a&#8230;. S. 91-110<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grossmann, K.\/Grossmann, K. E.<\/strong>&nbsp;(2004): Bindungen. Das Gef\u00fcge psychischer Sicherheit. Stuttgart<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00fcther, Gerald\/Bonney, Helmut<\/strong>&nbsp;(2002): Neues vom Zappelphilipp \u2013 ADS: verstehen, vorbeugen und behandeln, Walter Vlg. D\u00fcsseldorf;Z\u00fcrich&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leuzinger-Bohleber, M.\/ Brandl, Y.\/ H\u00fcther, G.<\/strong>&nbsp;(Hg.\/2006) ADHS-Fr\u00fchpr\u00e4vention statt Medikalisierung, Vandenhoeck &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Linden, Paul<\/strong>&nbsp;(2007): Das L\u00e4cheln der Freiheit \u2013 Selbstst\u00e4rkung und K\u00f6rperbewusstsein \u2013 Ein Leitfaden zur Traumabew\u00e4ltigung, Arbor Vlg. Freiamt<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;, K\u00f6rperwahrnehmungstraining f\u00fcr Kinder mit Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen, unter:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.being-in-movement.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.being-in-movement.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von L\u00fcpke, Hans<\/strong>&nbsp;(2006): Der Dialog in Bewegung und der entgleiste Dialog. Beitr\u00e4ge aus S\u00e4uglingsforschung und Neurobiologie. In: Leuzinger-Bohleber u.a&#8230; S. 169-188.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Porges, Steven<\/strong>&nbsp;(2005): Neurozeption \u2013 die drei Regelkreise des Autonomen Nervensystems. In: Trauma-Newsletter Nr.3 hrsg.v. Zentrum f\u00fcr innere \u00d6kologie<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rothschild, Babette<\/strong>&nbsp;(2002): Der K\u00f6rper erinnert sich \u2013 die Psychophysiologie des Traumas und der Traumabehandlung, Synthesis Vlg. Essen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ruppert, Franz\/ Freund, Christina<\/strong>&nbsp;(2007): Hyperaktivit\u00e4t und ADHS \u2013 Erkenntnisse \u00fcber die Ursachen der Unruhe von Kindern aus zwei Aufstellungsseminaren. In: Praxis der Systemaufstellung 1\/2007, S. 74-80<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woitinas, Siegfried&nbsp;<\/strong>(9.Aufl.2009): Wer sind die Indigo-Kinder? Herausforderungen einer neuen Zeit, Vlg. Freies Geistesleben &amp; Urachhaus GmbH Stuttgart<br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/ausgewaehlte-eigene-texte-adhs-und-beziehungserfahrungen\/\">zum Seitenanfang<\/a><a href=\"http:\/\/www.ruthpriese.de\/index.php?id=19\"><br><\/a><br><a href=\"https:\/\/neu.ruthpriese.de\/index.php\/ausgewaehlte-eigene-texte-uebersicht\/\">zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ADHS &#8211; und Beziehungserfahrungen (Thesen f\u00fcr eine Veranstaltung am 17.11.2007 mit einer weiteren These 25 aus 2013) I.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Diagnose ADHSII.&nbsp;&nbsp; Kosten\u00fcbernahme nach medizinischen KriterienIII.&nbsp; Unterst\u00fctzung von Beziehungsqualit\u00e4t&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;ausgew\u00e4hlte Literatur I. Diagnose ADHS 1.&nbsp;Die Diagnose \u00bbADS\/ADHS\u00ab wird zu leichtfertig vergeben (&lt; eine Ritalinvergabe an Kinder hat allein in den Jahren 1997-2000 auf 270 % zugenommen. 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